WPT Venice
Von strati81,
13.05.2009,
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Das schöne an einem Job als Pokerredakteur ist, dass Pokerturniere an den schönsten Plätzen der Welt stattfinden und man gezwungenermaßen hinterher reisen muss, also ging es Freitag mit unserer TV Crew nach Venedig für das Livecoverage des Final Table.
Das erste Mal stand ein WPT Event in Italien an, und viele der bekannten Pokerspieler zahlten gerne € 4000 Buy In um auf Braceletjagd zu gehen, unter Ihnen u.a. Mike McDonald, der das Turnier dominieren sollte, und die beiden Shooting Stars Sandra Naujoks und Ben Kang, leider beide ohne Erfolg.
Zum ersten Mal kam auch ein neues Computersystem zum Einsatz. Wer schon mal bei der WSOP gespielt hat, kennt die Jungs von Pokernews, die wie die fleißigen Bienen um die Pokertische summen und Chipcounts schätzen. Diese werden dann eher unregelmäßig ins Web eingestellt.
Diese Idee der Berichterstattung wurde hier weitergedacht. Mit Tablet PCs werden Spielernamen, Tischnummer und Position gespeichert und diesen dann Chipcounts zugeordnet, so dass auf diversen Plasmen jederzeit die Performance der Spieler zu sehen ist. Des weiteren werden interessante Hände mitgeschrieben und anschließend, ähnlich dem Intelli Handreplayer, dargestellt, so dass diese für Presse und Zuschauer überall verfügbar sind.
Diese Art der totalen Information kennt man bisher nur vom Internetpoker, wo man ja jederzeit den aktuellen Chipleader, Average usw. einsehen kann.
Da ich nicht so viel vom Turnier live verfolgen konnte, es gab einiges für den Final Table vorzubereiten, konnte man dank der Plasmen dennoch alles verfolgen.
Sonntag war es dann so weit, der Final Table. Leider scheiterte Dario Minieri knapp vorher, und musste als letzter auf den TV Tisch verzichten. Gerne hätte ich ein Heads Up Timex vs. Minieri gesehen, schade.
Dennoch kam ein ordentlicher Finaltabel zusammen:
Seat 1 – Vincent Pasdeloup – 764.000
Seat 2 – Mario Adinolfi – 487.000
Seat 3 – Ragnar Åström – 2.161.000
Seat 4 – Michael McDonald – 1.022.000
Seat 5 – Michele Slama – 459.000
Seat 6 – Per Martin Jacobson – 1.049.000
Bis zu den letzten dreien gab es nur einen Spieler, Jacobson. Er spielte sehr aggressiv, hatte aber auch die Karten dafür. Direkt in der ersten Hand sorgte er für das Ausscheiden von Mario Adinolfi. Adinolfi schob Pre Flop All In mit
und Jacobson callte instant mit Kings. Kaum 15 Minuten später hielten seine
gegen Slamas Pocket Sixes mit denen er vor dem Flop alles reinstellte.
Als nächstes musste Timex dran glauben. Jacobson pushte auf einen Baord von
mit
All in und der EPT Dormundsieger von 2008 callt mir
. Die
auf dem River bedeutet das Aus für Mc Donald.
Pech für ihn, Glück für uns. Auch wenn ich ihm die knapp € 400.000 für den ersten Platz gegönnt habe, so war es dennoch schön ihn als Cokommentator für das bevorstehen Heads Up zu gewinnen. Zusammen mit dem euch ja bereits bekannten James ‘Jim Downunder’ Honeybone sorgte er für die fachkundige Analyse des Spielgeschehens.
Jacobson hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch einen wirklichen Gegner, seine Landsmann Ragnar Åström, der sich bis zu diesem Zeitpunkt sehr zurückhielt und seine Chiplead mittlerweile an Jacobson abgeben musste.
Irgendwann wachte Åström auf, wohl den Steals von Jacobson übrdrüssig, und konterte das Raise vom Button mit
. Noch wollte Jacobson die Hand mit
nicht aufgeben, schob erneut Chips in die Mitte. Erneutes Reraise von Åström, man konnte glauben, hier spielen Aces vs. Kings.
Diesmal war es allerdings zu viel für Jacobson und er muckte seine Hand. Bis zu dieser Hand gefiel mir sein Spiel wirklich gut, allerdings hätte ein füher Fold ihm an dieser Stelle viele Chips gesparrt, auch wenn er die bessere Hand hielt.
Kurz darauf musste auch der Franzose Pasdeloup gehen, seine letzten ca. 300.000 Chips gingen mit
in die Mitte und Åström callte gerne mit
.
Es begann ein spannendes, fast zwei Stunden dauerndes Heads Up. Zweimal waren beide Preflop All in, beide Male dominierte Åström Jacobson deutlich. In der ersten Situation spielten Åströms
gegen Jacobson
, beiden teilten sich anschließend bei einem doppelt gepaarten Board auf dem Turn den Pot.
Bei All In Nummer zwei, Jacobson war mittlerweile recht short, riverte er sich mit
eine Straße und Åström hatte mit seinem Toppair das nachsehen.
Am Ende hieß es, Cry me a River: Auf einem Board von
(fast keine Action bis zum River) hieß es Bet, Raise, All In. Jacobson zeigt einen King High Flush und Åström
. Ende für Jacobson.
Bemerkenswert war, dass Åström zu keiner Zeit auch nur eine Miene verzog, egal ob Pot gewonnen oder verloren oder gerade fast € 400.000 verdient, totales Pokerface.
Venedig, jederzeit wieder!
Play long and prosper
Euer Captain PikAss









